Dialektische Gliederung Beispiel Essay

1.Teil: enthält nur negative Argumente

1.These
das wichtigste Contra-Argument
Beispiel

2.These
wichtiges Contra-Argument
Beispiel

3.These
unwichtigstes Contra-Argument
Beispiel

2. Teil: enthält nur positive Argumente

1. These
weniger wichtiges Argument
Beispiel

2.These
wichtiges Argument
Beispiel

3.These
das wichtigste Pro-Argument
Beispiel
Du kannst sowohl bei pro als auch bei contra mehr Argumente als nur 3 bringen.
Du kannst Teil 1 und Teil 2 auch gegeneinander austauschen.
Entscheidend ist: Das, was der Leser am Schluss liest, das behält er als bleibenden Eindruck. Das ist dann das Ergebnis der Erörterung. Überlege daher gut mit welchem Argument du deine Erörterung beendest.

Beispiel: Kampfhunde - Liebling oder Monster
Bist du für Liebling oder Monster? Dann beginnst du mit dem, was deiner Meinung nicht stimmt und endest mit dem, wovon du überzeugt bist, dass es richtig ist.

Wie schreibe ich eine textgebundene Erörterung?

Der folgende Artikel gibt eine Übersicht über den Aufbau einer textgebundenen Erörterung und zeigt stufenweise, nach welchem Schema vorgegangen werden muss. Zusätzlich erhältst du ein paar hilfreiche Tipps und Formulierungsbeispiele, damit die nächste Klassenarbeit garantiert ein Erfolg wird.

Im Vergleich mit den freien Erörterungstypen, dazu zählen die dialektische Erörterung sowie die lineare Erörterung, konzentriert sich die textgebundene Erörterung auf einen vorliegenden Text. Das sind in aller Regel Zeitungsartikel oder kleinere Essays. Jedenfalls ist die Wahl des Erörterungstyps im Falle einer textgebundenen Erörterung immer sehr eindeutig. Falls in der Aufgabenstellung zu dem Operator "erörtern" (z.B. Erörtern Sie ...) ein Text beigefügt wird, ist auch eine textgebundene Erörterung zu verfassen, außer, die Aufgabenstellung verlangt explizit nach einer freien Erörterung.

Der nun folgende Aufbau für eine textgebundene Erörterung ist eine mögliche, aber keine zwingende Gliederung. Texte können auf ganz unterschiedliche Art und Weisen kritisch erörtert werden. Im Zweifel sollte man jedoch immer die vom Lehrer vorgeschlagene Gliederung verwenden. Dagegen vollkommen unabhängig ist der makrostrukturelle Aufbau aus Einleitung, Hauptteil und Schluss. Jede Erörterung, ob frei oder textgebunden, muss klar in diese drei Teile gegliedert sein.

Aufbau textgebundene Erörterung:


1.) Einleitung:
  • Autor des Textes
  • Titel
  • Veröffentlichungsdatum
  • Art des Textes (z.B. ein Zeitungsartikel)
  • Intention bzw. Anlass zur Veröffentlichung
  • Thema (Worum geht es im Text?)

2.) Hauptteil:
Sachliche Erörterung der Argumentation
  • Thesen
  • Argumente
  • Beispiele

Analyse von Sprache und Stil (optional)
  • Satzbau
  • Wortwahl
  • rhetorische Mittel
  • sonstige sprachliche Besonderheiten

Kritische Stellungnahme
  • Argumentation des Autors zustimmen
    • Welche Argumente sind essenziell für die Stützung der Ausgangsthese?
    • Welche zusätzlichen Argumente lassen sich noch finden?
    • Wie bringt der Autor seine Argumente mit der zentralen These in Verbindung?
  • Argumentation des Autors widersprechen
    • Welche Argumente lassen sich entkräften?
    • Gibt es logische Fehlschlüsse in der Argumentation?
    • Sind die angeführten Beispiele plausibel?
  • Argumentation des Autors teilweise zustimmen/ablehnen
    • Welche Argumente lassen sich stützen/entkräften?
    • Wo ist die Argumentation fehlerhaft/nachvollziehbar?
    • Welche Argumente lassen sich für beide Position noch ergänzen?

3.) Schluss:
  • Zusammenfassung der Analyseergebnisse
  • Kritische Stellungnahme
    • Was macht die Argumentation überzeugend/unlogisch?
    • Behilft sich der Autor etwaiger Tricks? (z.B. Manipulation, Verallgemeinerungen, Ignorieren der Gegenposition)
  • Eigene Position deutlich machen
    • Welchen Argumenten stimme ich zu, welche lehne ich ab?
    • Ausblick auf die Problematik; Welchen Stellenwert könnte das Thema kurzfristig/mittelfristig/langfristig haben?
    • Eventuelle Lösungen aufzeigen

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Textgebundene Erörterung schreiben - Schritt für Schritt Anleitung


Noch bevor man mit der Einleitung der textgebundenen Erörterung beginnt, ist einiges an Vorarbeit zu leisten. Je nach Zeitrahmen sollte der Text zwei bis dreimal vollständig durchgelesen werden. Währenddessen werden die Thesen, Argumente und Beispiele in unterschiedlichen Farben markiert, denn sie spiegeln die innere Struktur des Textes wider. Meistens gibt es nur eine zentrale These (Behauptung), die in enger Verbindung zum eigentlichen Thema steht. Argumente unterstützen diese These durch in Verbindung stehende, logische Beweise (dazu später mehr). Ihnen untergeordnet sind Beispiele, welche die Argumente nachvollziehbar veranschaulichen sollen.
Aus einem Text zum Thema Nachhilfe könnte man beispielsweise solche Argumentationsketten extrahieren:

These: Nachhilfe lohnt sich
Pro Argument: durch Nachhilfe verbessern sich die Schulnoten
Beispiel: 7 von 10 Nachhilfeschüler bekamen bessere Noten in Mathematik

These: Nachhilfe lohnt sich
Kontra Argument: Nachhilfe ist sehr teuer
Beispiel: Eine Nachhilfestunde bei einem Lehrer kostet mindestens 20€

Argumente können also für, oder gegen eine These sein. Hieran erkennt man letztlich auch die bevorzugte Sichtweise des Autors, der wiederum auch gänzlich auf die gegensätzliche Perspektive verzichten- und nur seine bevorzugte Meinung darstellen kann. All das muss später in der textgebundenen Erörterung bei der Analyse erwähnt werden. Nach diesem kurzen Vorgriff zum Erkennen der Argumentation nun aber zurück zur Einleitung:
Wie auch bei anderen Aufsatztypen gehört in die Einleitung einer textgebundenen Erörterung der Autor, der Titel des Textes, das Datum der Veröffentlichung, die Art des Textes, die Intention/Anlass der Veröffentlichung sowie das Thema. Dementsprechend könnte das ganze so aussehen:

Das 2006, im Rahmen einer Festschrift, veröffentlichte Essay "Nachhilfe lohnt sich" vom Pädagogen Hans Müller, handelt von den langfristigen Vorteilen eines professionell gestalteten Nachhilfeunterrichts.

Der Hauptteil der textgebundenen Erörterung gliedert sich in insgesamt drei Unterpunkte, von denen mit der Erörterung der Argumentation und der kritischen Stellungnahme jedoch nur zwei wirklich zwingend sind. Ob im Hauptteil auch eine Analyse der sprachlichen Besonderheiten (Syntax, rhetorische Mittel, Wortwahl) erfolgen muss, sollte von der Aufgabenstellung abhängig gemacht werden, da der Operator "erörtern" diese Art der Analyse nicht automatisch miteinschließt.

Von zentraler Bedeutung und zugleich auch ein wesentlicher Schwerpunkt, stellt die Erörterung der Argumentation dar. Dabei geht es keinesfalls um die puristische Wiedergabe des Inhalts, sondern mehr um eine logische Erörterung, also der Darlegung der Zusammenhänge zwischen den wesentlichen Thesen, den stützenden Argumenten und ihren zugehörigen Beispielen. Was genau Thesen, Argumente und Beispiele sind, wurde oben bereits erläutert. Zusätzlich kann es hilfreich sein, verschiedene Arten von Argumenten zu differenzieren, sodass unmittelbare Schlüsse auf die Plausibilität der Argumentationsstrukturen möglich werden.
Eine Auswahl von Argumentationstypen für textgebundene Erörterungen:

ArgumentErklärungBeispielKritik
AutoritätsargumentArgument, welches sich auf die Aussage eines Experten beruftDer Bundesminister für Umwelt gibt an, dass (...)Da sich auch Autoritäten irren können, kann ein Argument dieser Art ggf. entkräftet werden
Empirisches ArgumentArgument, welches sich auf eine allgemeine oder selbst gemachte Erfahrung beziehtAlle Bodybuilder die ich je gesehen haben, sind so muskulös wie Arnold schwarzeneggerErfahrungen können nicht immer verallgemeinert werden. Darüber hinaus sind Erfahrungen individuell
FaktenargumentArgument, welches sich auf einen wissenschaftlich unwiderlegbaren Fakt beziehtDie Erde kreist um die SonneGehört zu den stärksten Argumentationstypen, da es kaum widerlegbar ist (sofern der Autor ein Scheinargument nicht als Faktenargument tarnt)
Logisches ArgumentArgument, welches sich auf einen logischen Zusammenhang beziehtDurch das regelmäßige gießen von Pflanzen kann eine Austrocknung während der Sommermonate verhindert werdenArgumente dieser Art können Schwächen haben, wenn ein Falscher Schluss im Zusammenhang zwischen beiden Gegebenheiten gezogen wurde
TotschlagargumentArgument, welches in aller Regel kaum widersprochen werden kann, weil entweder die eigene Erfahrung fehlt, oder weil man sich fürchtet zu widersprechenFrüher war alles besserTotschlagargumente sind nur Scheinargumente und müssen deshalb zurückgewiesen werden

Den Argumentationstyp und damit zugleich auch dessen Schwächen zu kennen, hilft bei der kritischen Stellungnahme der textgebundenen Erörterung, wenn es darum geht, die Argumente zu entkräften, womit wir auch schon beim zweiten wesentlichen Punkt des Hauptteils angelangt wären.
Im Rahmen der Stellungnahme gibt es drei unterschiedliche Möglichkeiten.
1. Man stimmt dem Standpunkt des Autors zu.
2. Man widerspricht dem Standpunkt des Autors
3. Man stimmt dem Standpunkt des Autors teilweise zu

An dieser Stelle gibt es absolut kein richtig oder falsch. Man sollte sich intuitiv für die persönliche Präferenz entscheiden, weil die eigene Argumentation dann leichter fällt. Abhängig, ob man zustimmt, widerspricht oder einen Kompromiss anstrebt, muss man den Schwerpunkt etwas anders setzen. Bei einer Zustimmung kann etwa untersucht werden, welche Argumente für die Stützung der These am Bedeutsamsten sind oder wie die Argumente mit der zentralen These verbunden werden. Die Ablehnung der Position des Autors kann z.B. die Entkräftung der Argumente beinhalten, die logischen Fehlschlüsse aufzeigen und die Beispiele auf ihre Stichhaltigkeit prüfen. Im Rahmen des Mittelwegs ist dann eine Synthese aus beidem möglich.
Generell ist die inhaltlich Gestaltung in diesem Teilabschnitt der Erörterung relativ frei. So wie jeder Text, ist auch jede textgebundene Erörterung individuell. Falls du vor der Klassenarbeit mehrmals den Vorgang übst, wird dir auffallen, dass jeder Aufsatz für sich immer wieder einen neuen Anspruch stellt und andere Schwierigkeiten mit sich bringt. Eine optimale Vorbereitung beinhaltet daher die Auseinandersetzung mit möglichst vielen unterschiedlichen Texten.

Der Schlussteil der textgebundenen Erörterung wird mit einer kurzen Zusammenfassung der Analyseergebnisse eingeleitet. Folgend kann, wie schon im Hauptteil, kritisch Stellung bezogen werden, mit dem Unterschied, dass die eigene Meinung mit einfließen darf. Nur im Schluss darf die persönliche Perspektive eine Rolle spielen. Der Hauptteil muss durchweg objektiv und frei von subjektiven Wertungen sein. Folglich können Fragen beantwortet werden wie: Welchen Argumenten stimme ich zu/lehne ich ab? Was ist aus meiner Sicht besonders überzeugend an der Argumentation des Autors? Welche Lösungswege gibt es, um der Problematik im Text entgegenzuwirken?

Tipps und Hinweise für textgebundene Erörterungen:


Lies dir den Text mindestens drei Mal durch und unterstreiche wichtiges!
Die textgebundene Erörterung muss klar in Einleitung, Hauptteil und Schluss gegliedert sein!
Einleitung und Hauptteil müssen objektiv geschrieben sein! Subjektives erst im Schlussteil!
Vergiss nie die Textbelege!
Eine textgebundene Erörterung darf nicht mit der linearen- oder dialektischen Erörterung verwechselt werden!
Achte auf die Operatoren in der Aufgabenstellung: "Erörtern" und "Analysieren" sind nicht identisch!
Übung macht den Meister: Schreibe vor der Klassenarbeit mindestens eine eigene textgebundene Erörterung!

Weiterführende Links:


Wie schreibe ich eine Charakterisierung?

Wie schreibe ich eine dialektische Erörterung?

Wie schreibe ich eine Gedichtanalyse?

Wie schreibe ich einen Gedichtvergleich?

Wie schreibe ich eine Inhaltsangabe?

Wie schreibe ich eine lineare Erörterung?

Wie schreibe ich eine Personenbeschreibung?

Wie schreibe ich einen Praktikumsbericht?

Wie schreibe ich einen Redeanalyse?

Wie schreibe ich eine Szenenanalyse?

 

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